Stand: 4. September 2026. Unter der Domain forsagex.info wird unter dem Slogan „WIR HANDELN. DU PROFITIERST.“ ein automatisiertes Trading-Modell beworben. Im Mittelpunkt steht derzeit der als „MagicGold“ bezeichnete Handelsbot, der nach der Darstellung auf der Website automatisiert mit Gold beziehungsweise XAUUSD handeln soll. Die Anleger sollen hierfür ein eigenes Konto beim Partnerbroker Tauro Markets eröffnen und eine Mindestinvestition von 500 USD vornehmen. Gleichzeitig wird ein mehrstufiges Empfehlungs- und Provisionssystem beworben.
Für Anleger stellen sich bei einem solchen Modell mehrere voneinander zu trennende Fragen: Ist die angegebene Performance belastbar nachgewiesen? Wer steht rechtlich hinter ForsageX und dem Trading-Bot? Welche Gesellschaft von Tauro Markets wird Vertragspartner? Welche aufsichtsrechtliche Erlaubnis gilt für Anleger aus Deutschland? Wer trifft tatsächlich die Handelsentscheidungen? Und welche Möglichkeiten bestehen, wenn ein Anleger bereits investiert hat, Verluste erleidet oder eine Auszahlung nicht wie erwartet funktioniert?
Wichtig ist eine differenzierte Betrachtung: Zum Zeitpunkt dieser Prüfung konnte keine spezifische Warnmeldung der BaFin, FCA, FMA oder FINMA festgestellt werden, die sich ausdrücklich gegen ForsageX richtet. Das bedeutet jedoch weder eine behördliche Bestätigung noch eine regulatorische Freigabe des Geschäftsmodells. Gerade bei neuen Angeboten kann eine aufsichtsrechtliche oder behördliche Bewertung zeitlich deutlich später erfolgen. Potenzielle Anleger sollten deshalb nicht allein darauf vertrauen, dass bislang keine ausdrückliche Behördenwarnung veröffentlicht wurde.
Bereits jetzt kann es sich lohnen, die zukünftige oder bereits erfolgte Investition anwaltlich prüfen zu lassen.
ForsageX beschreibt sich selbst als ein System aus automatisiertem, algorithmischem Handel und einem Empfehlungsnetzwerk. Auf der Website werden unter anderem „institutionelle Strategien“, „disziplinierte Ausführung“ und „konstante Performance“ in den Vordergrund gestellt. Der Handelsbot soll nach der Selbstdarstellung ohne manuellen Eingriff arbeiten und rund um die Uhr während der Handelstage Marktbewegungen im Goldpreis auswerten.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die auf der Website veröffentlichten Leistungskennzahlen. Dort werden unter anderem eine „+217,4 % Gesamtperformance 2023“, „10.000+ zufriedene Mitglieder“ und beim Bot MagicGold eine durchschnittliche Bruttorendite von „35–40 %“ pro Monat genannt. Gleichzeitig enthält die Website am Seitenende jedoch den ausdrücklichen Hinweis, dass sämtliche mit einem Sternchen versehenen Zahlen Platzhalter aus dem Design-Mockup seien und vor Veröffentlichung durch verifizierte Echtdaten ersetzt werden müssten. Gerade die vorgenannten Performance- und Mitgliederzahlen sind auf der Website mit einem Sternchen gekennzeichnet.
Damit besteht innerhalb des eigenen Internetauftritts eine erhebliche Spannung: Einerseits wird die Rendite von 35–40 % pro Monat unmittelbar als „historischer Durchschnittswert“ bezeichnet, andererseits erklärt der allgemeine Fußnotenhinweis, dass die markierten Werte lediglich Platzhalter seien. Für einen Anleger ist deshalb derzeit nicht verlässlich erkennbar, welche Zahlen tatsächlich auf realen, abgeschlossenen Handelsperioden beruhen und welche lediglich Bestandteil des Webdesigns sind. Vor einer Investition sollten deshalb vollständige, unabhängig überprüfbare Performance-Nachweise verlangt werden.
Auch die Aussage „Top bewertet auf Trustpilot“ sollte überprüft werden. Bei der aktuellen Recherche war keine eindeutig ForsageX zuzuordnende Trustpilot-Unternehmensseite auffindbar. Eine solche Werbeaussage sollte daher nicht ohne Weiteres als Nachweis für eine größere Zahl unabhängiger Anlegererfahrungen verstanden werden.
Nach der Darstellung von ForsageX wird das Anlegerkapital nicht unmittelbar an ForsageX überwiesen. Anleger sollen vielmehr ein eigenes Handelskonto bei Tauro Markets eröffnen. ForsageX erklärt, das Kapital weder selbst zu verwalten noch darauf zugreifen zu können. Zugleich beschreibt die Website das verwendete Modell als „PAMM-Trading-Account“. Danach werde Kapital mehrerer Anleger in einem gemeinsamen Handelskonzept gebündelt; die automatisierten Trades würden durch Trading-Bots ausgeführt und Gewinne beziehungsweise Verluste anschließend entsprechend dem jeweiligen Investment verteilt.
Diese Konstruktion ist wirtschaftlich und rechtlich erheblich komplexer als die bloße Nutzung einer Trading-Software auf einem vollständig selbst gesteuerten Depot. Entscheidend ist insbesondere, wer die Strategie festlegt, wer Handelsparameter ändern kann, wer die Orderentscheidungen trifft, welche Vollmachten auf dem Konto bestehen und ob der Anleger einzelne Transaktionen vor ihrer Ausführung noch bestätigen oder ablehnen kann.
ForsageX bewirbt außerdem einen mehrstufigen Provisionsplan. Nach der Website sollen 25 % eines erwirtschafteten Gewinns über fünf Ebenen an das Empfehlungsnetzwerk verteilt werden. Weitere 15 % sollen in Marketing, Support und Bot-Entwicklung fließen; 60 % des Gewinns sollen beim Kunden verbleiben. Damit ist die Vergütungsstruktur für die wirtschaftliche Beurteilung des Angebots von wesentlicher Bedeutung. Anleger sollten nicht lediglich die beworbene Bruttoperformance betrachten, sondern sämtliche erfolgsabhängigen Vergütungen, Spreads, Finanzierungskosten, Handelsgebühren und sonstigen Kosten einbeziehen.
Das Netzwerkmodell schafft zugleich einen erheblichen Interessenkonflikt: Wer neue Teilnehmer vermittelt, kann nach der Darstellung von ForsageX an deren Handelsergebnissen über mehrere Ebenen partizipieren. Eine Empfehlung kann deshalb wirtschaftlich motiviert sein. Ein Interessent sollte sich bei Aussagen eines Empfehlungsgebers stets offenlegen lassen, ob und in welcher Höhe dieser selbst unmittelbar oder mittelbar Provisionen erhält.
Eine ausdrückliche behördliche ForsageX-Warnung war zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung nicht auffindbar. Für die rechtliche Bewertung ist jedoch entscheidend, dass die beworbene Struktur möglicherweise Wertpapierdienstleistungen berührt. Nach § 2 WpIG gehören unter anderem Anlagevermittlung und Finanzportfolioverwaltung zu den Wertpapierdienstleistungen. Wer solche Dienstleistungen im Inland erbringen will, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis der BaFin nach § 15 WpIG.
Gerade bei automatisiertem Copy- oder Auto-Trading ist die aufsichtsrechtliche Einordnung nicht allein davon abhängig, bei wem das Geld verwahrt wird. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat in ihrem Supervisory Briefing zu Copy Trading ausdrücklich hervorgehoben, dass automatisierte Modelle je nach Ausgestaltung als Wertpapierdienstleistung, insbesondere als Portfolioverwaltung oder Anlageberatung, einzuordnen sein können. Ob dies bei ForsageX konkret der Fall ist, hängt von den tatsächlichen Vertrags- und technischen Abläufen ab und kann allein anhand der Werbewebsite nicht abschließend beurteilt werden. Das von ForsageX beschriebene PAMM-Modell mit automatisierter Ausführung ohne manuellen Eingriff gibt allerdings Anlass, diese Frage besonders sorgfältig zu prüfen.
Bei Tauro Markets handelt es sich zudem nicht um einen einheitlichen Rechtsträger. Die Website von Tauro Markets nennt mehrere Gesellschaften in unterschiedlichen Staaten. Unter anderem wird Global Tauro Ltd in Mauritius mit einer dortigen Investment-Dealer-Lizenz genannt. Daneben wird JM Financial LLC in St. Vincent und den Grenadinen aufgeführt. Besonders wichtig für deutsche Anleger ist eine eigene Erklärung von Tauro Markets: Die Website sei nicht für EU-Ansässige bestimmt; die verbundenen Unternehmen seien nicht in der EU reguliert und daher nicht autorisiert, in der EU Wertpapierdienstleistungen und Finanzinstrumente anzubieten.
Die Registrierung einer Gesellschaft in St. Vincent und den Grenadinen darf außerdem nicht mit einer Forex- oder CFD-Brokerlizenz verwechselt werden. Die dortige Financial Services Authority weist in einer offiziellen Mitteilung darauf hin, dass Forex-Trading und Forex-Brokerage in St. Vincent und den Grenadinen nicht von ihr lizenziert werden. Gesellschaften können dort registriert sein, ohne über eine entsprechende Brokerlizenz dieses Staates zu verfügen.
Hinzu kommen Fragen des deutschen CFD-Vertriebsrechts. Tauro Markets bietet nach eigener Darstellung insbesondere CFDs auf Forex, Rohstoffe, Edelmetalle und weitere Basiswerte an. Soweit die ForsageX-Goldstrategie über CFDs abgewickelt und an deutsche Kleinanleger vermarktet wird, sind die deutschen Produktinterventionsmaßnahmen zu beachten. Die BaFin-Leitlinien zur CFD-Allgemeinverfügung verlangen unter anderem Hebelbegrenzung, Margin-Glattstellungsschutz, Negativsaldoschutz, ein Bonusverbot sowie eine standardisierte Risikowarnung mit anbieterspezifischer Verlustquote. Die BaFin stellt ausdrücklich klar, dass diese Werbevorgaben auch von Affiliate-Partnern und Introducing Brokern einzuhalten sind.
Der auf forsagex.info vorhandene allgemeine Hinweis, der Handel an Finanzmärkten könne zu einem teilweisen oder vollständigen Kapitalverlust führen, ersetzt nicht ohne Weiteres die aufsichtsrechtlich vorgeschriebene standardisierte CFD-Risikowarnung. Ob ForsageX selbst als Affiliate, Vermittler oder in einer anderen Rolle tätig wird und welche Gesellschaft für die Einhaltung der Vorgaben verantwortlich ist, sollte vor einem Investment geklärt werden.
Auch die Transparenz über den Betreiber von ForsageX ist derzeit eingeschränkt. Auf der Website findet sich kein klassisches Impressum mit Name beziehungsweise Firma, ladungsfähiger Anschrift und vertretungsberechtigten Personen. In der FAQ wird dies damit begründet, dass die Website lediglich Handelslösungen präsentiere und zu Tauro Markets weiterleite; die rechtlich relevanten Informationen seien auf der Website von Tauro Markets zu finden. Diese Erklärung beantwortet jedoch nicht die eigenständige Frage, wer den Dienst ForsageX betreibt, wer Vertragspartner für den Bot beziehungsweise das Empfehlungsmodell ist und wer für die dortigen Werbeaussagen verantwortlich ist. Soweit die Voraussetzungen des § 5 DDG erfüllt sind, bestehen eigene Informationspflichten des Diensteanbieters.
Auch die Erfahrungsberichte zu Tauro Markets sind gemischt. Auf Trustpilot ist die Bewertung des Unternehmens derzeit wegen eines Verstoßes gegen die Plattformrichtlinien nicht verfügbar; Trustpilot weist darauf hin, eine Anzahl gefälschter Bewertungen entfernt zu haben. Daneben finden sich sowohl positive Berichte als auch Beschwerden über Kontosperrungen, Verzögerungen und Auszahlungen. Solche Online-Bewertungen beweisen weder einen Betrug noch dessen Gegenteil. Der Hinweis von Trustpilot sollte bei der Gesamtbewertung der Zuverlässigkeit von Erfahrungsberichten allerdings berücksichtigt werden.
Aus der derzeitigen Quellenlage ergeben sich mehrere Punkte, die vor einer Investition geklärt werden sollten. Keiner dieser Punkte beweist für sich genommen, dass ForsageX betrügerisch arbeitet. In ihrer Gesamtheit begründen sie jedoch einen erheblichen Prüfungsbedarf:
Unklare Betreiberidentität: Auf forsagex.info ist nicht transparent ausgewiesen, welcher Rechtsträger ForsageX betreibt und für den Trading-Bot beziehungsweise das Provisionssystem verantwortlich ist.
Widersprüchliche Performance-Angaben: 35–40 % monatliche Bruttorendite werden einerseits als historischer Durchschnitt dargestellt, andererseits bezeichnet die Website die mit Sternchen markierten Zahlen als Platzhalter aus einem Design-Mockup.
Fehlender unabhängig überprüfbarer Trackrecord auf der Website: Eine bloße Renditezahl ist kein Ersatz für einen vollständigen Live-Trackrecord mit Drawdown, Kontohistorie, Gebühren und Brokerbestätigung.
Automatisierte Handelsentscheidungen: Der Bot soll ohne manuellen Eingriff handeln. Dadurch kann sich ein Verlust in volatilen Marktphasen sehr schnell aufbauen, bevor ein Anleger reagiert.
Hohe Konzentration auf Gold/XAUUSD: Ein auf einen einzelnen Markt spezialisierter Bot ist erheblichen Preis-, Liquiditäts-, Gap- und Volatilitätsrisiken ausgesetzt.
PAMM-Struktur: Anleger sollten genau verstehen, welche Rechte ein Money Manager oder Strategy Provider besitzt und ob beziehungsweise wie diese Rechte widerrufen werden können.
Offshore- und Drittstaatenstruktur: Tauro Markets weist selbst darauf hin, nicht EU-reguliert und nicht zur Erbringung von Wertpapierdienstleistungen in der EU autorisiert zu sein.
Regulatorische Zuordnung des konkreten Kontos: Vor der Einzahlung muss feststehen, welche Tauro-Gesellschaft Vertragspartner wird und welcher Aufsichtsbehörde genau dieses Konto unterliegt.
Mehrstufige Provisionen: Empfehlungsgeber können ein eigenes wirtschaftliches Interesse daran haben, weitere Anleger für das System zu gewinnen.
Kostenbelastung: Nach dem auf der Website dargestellten Modell verbleiben nur 60 % eines erwirtschafteten Gewinns beim Kunden; weitere Handels- und Brokerkosten können hinzukommen.
Fehlende klare Zuordnung von Haftung und Verantwortlichkeit: Es muss geklärt werden, wer bei Fehlfunktionen des Bots, fehlerhaften Orders, Systemausfällen oder unzulässiger Strategieänderung haftet.
Werbliche Aussagen zur Vertrauenswürdigkeit: Angaben wie „Top bewertet auf Trustpilot“ sollten anhand einer tatsächlich auffindbaren und belastbaren Quelle überprüft werden.
Wer sich allgemein über Risiken automatisierter Handelsmodelle informieren möchte, findet weitere Hinweise in den Beiträgen zu Copy Trading und Copy-Trading-Betrug sowie zu Online Trading.
Die häufige Suchanfrage „ForsageX Betrug?“ lässt sich auf Grundlage der derzeit öffentlich verfügbaren Informationen nicht seriös mit einem pauschalen Ja oder Nein beantworten. Es liegt derzeit keine spezifische Behördenwarnung vor, und die Tatsache, dass ein Trading-Bot, ein Offshore-Broker oder ein Empfehlungsmodell verwendet wird, beweist für sich genommen keine Straftat. Umgekehrt dürfen Anleger aus dem Fehlen einer Warnung nicht schließen, dass die Anlage sicher, geprüft oder von deutschen Behörden genehmigt ist.
Gerade bei automatisierten Trading-Systemen ist eine anfängliche positive Performance kein hinreichender Beleg für die langfristige Tragfähigkeit einer Strategie. Ein Bot kann über Wochen oder Monate Gewinne erzielen und anschließend in einer außergewöhnlichen Marktphase einen erheblichen Drawdown verursachen. Backtests können durch Parameterwahl, Datenqualität und sogenanntes Overfitting ein zu positives Bild vermitteln. Ein belastbarer Nachweis sollte deshalb Echtgeldhandel über einen längeren Zeitraum, verschiedene Marktphasen, sämtliche Kosten und zwischenzeitliche Verluste abbilden.
Auch eine erfolgreiche erste Auszahlung ist kein vollständiger Seriositätsnachweis. Entscheidend ist, ob Anleger ihre Gelder dauerhaft ohne zusätzliche Bedingungen, überraschende Gebühren oder nachträgliche Freigaben eines Strategy Providers zurückerhalten können. Vor einer größeren Einzahlung sollte daher insbesondere geprüft werden, ob Auszahlungsrechte klar geregelt sind und ob eine Auszahlung unabhängig vom ForsageX-Empfehlungsgeber oder Bot-Betreiber unmittelbar gegenüber dem Broker durchgesetzt werden kann.
Bei CFDs und gehebeltem Handel bestehen zudem erhebliche produktspezifische Risiken. Die BaFin hat den Vertrieb von CFDs an Kleinanleger gerade deshalb eingeschränkt und verlangt unter anderem Hebelbegrenzungen, Negativsaldoschutz und standardisierte Risikowarnungen. Anleger sollten deshalb besonders kritisch prüfen, ob ihnen ein hochriskantes Produkt durch Begriffe wie „automatisiert“, „institutionell“, „präzise“ oder „Kapitalschutz“ wirtschaftlich sicherer erscheint, als es tatsächlich ist.
Wer von einem Vermittler oder Empfehlungsgeber individuell zu ForsageX, MagicGold oder einem Tauro-Markets-Konto geraten wurde, sollte außerdem dokumentieren, welche Aussagen zu Sicherheit, Rendite, Verlustgefahr, Regulierung und Auszahlbarkeit gemacht wurden. Je nach konkretem Gespräch kann sich neben einer aufsichtsrechtlichen Frage auch eine zivilrechtliche Haftung wegen fehlerhafter oder unvollständiger Aufklärung ergeben. Weitere Informationen hierzu finden sich unter Falschberatung – Anwalt hilft.
Wer bereits über ForsageX ein Konto bei Tauro Markets eröffnet oder Kapital eingezahlt hat, sollte nicht erst bei einem Totalverlust oder einer vollständigen Auszahlungsverweigerung reagieren. Bereits bei Zweifeln an der Strategie, ungewöhnlich hohen Verlusten, widersprüchlichen Angaben oder Problemen mit einer Auszahlung ist eine strukturierte Prüfung sinnvoll.
Beweise sichern: Screenshots des ForsageX-Auftritts, Werbeunterlagen, Präsentationen, Telegram- und WhatsApp-Chats, E-Mails, Zoom-Einladungen, Referral-Links, Kontoauszüge und Zahlungsnachweise sollten vollständig gespeichert werden.
Vertragspartner identifizieren: Anleger sollten feststellen, welche konkrete Tauro-Gesellschaft das Konto führt und mit wem Vereinbarungen über PAMM, Bot, Strategy Provider oder Money Manager geschlossen wurden.
Handelshistorie anfordern: Benötigt werden vollständige Broker-Statements mit sämtlichen Orders, Eröffnungs- und Schließungszeitpunkten, Spreads, Swaps, Gebühren und Provisionen.
Automatisierte Handelsbefugnisse prüfen: Wer weitere Verluste befürchtet, sollte klären, wie die Bot- oder PAMM-Verknüpfung beendet beziehungsweise widerrufen werden kann. Dabei sind offene Positionen und mögliche Folgen einer Beendigung zu berücksichtigen.
Keine unüberlegten Nachzahlungen: Weitere Einzahlungen zur angeblichen Stabilisierung eines Kontos, zur Freischaltung einer Auszahlung oder zur Zahlung vermeintlicher Steuern beziehungsweise Sicherheitsleistungen sollten ohne unabhängige Prüfung nicht vorgenommen werden.
Auszahlung schriftlich dokumentieren: Ein Auszahlungsantrag sollte so gestellt werden, dass Zeitpunkt, Betrag, Bearbeitungsstand und etwaige Ablehnungsgründe nachweisbar sind.
Zahlungswege prüfen: Je nach Einzahlung über Kreditkarte, Banküberweisung, Zahlungsdienstleister oder Kryptowährungen kommen unterschiedliche Rückruf-, Chargeback-, Auskunfts- oder Sicherungsmaßnahmen in Betracht.
Frühzeitig rechtliche Schritte prüfen: Bei erheblichen Verlusten, widersprüchlichen Angaben oder verweigerten Auszahlungen können Ansprüche gegen unterschiedliche Beteiligte in Betracht kommen. Welche Anspruchsgegner realistisch sind, hängt vom konkreten Zahlungs- und Vermittlungsweg ab.
Zivilrechtlich können je nach Sachverhalt insbesondere vertragliche Rückzahlungsansprüche, Schadensersatz wegen vorvertraglicher Pflichtverletzungen, Ansprüche wegen fehlerhafter Anlagevermittlung oder Anlageberatung sowie deliktische Ansprüche zu prüfen sein. Eine Erlaubnispflicht nach dem WpIG kann ebenfalls relevant werden, wenn Beteiligte in Deutschland tatsächlich erlaubnispflichtige Wertpapierdienstleistungen erbracht haben. Ob dies der Fall ist, lässt sich erst nach Auswertung der konkreten Vertragsunterlagen, Kommunikation und technischen Funktionsweise beurteilen.
Bei Anhaltspunkten für eine Täuschung oder nicht nachvollziehbare Zahlungsflüsse können darüber hinaus strafrechtliche Schritte und eine Meldung an zuständige Aufsichtsbehörden sinnvoll sein. Wichtig ist, nicht lediglich den unmittelbaren Ansprechpartner zu betrachten. Je nach Fall können auch Vermittler, Zahlungsdienstleister, Kontoinhaber, Broker, Betreiber einer Handelsstrategie oder weitere Beteiligte rechtlich relevant sein.
Weitere Hinweise zum Vorgehen bei problematischen Online-Investments finden Betroffene unter Anlagebetrug – Anwalt hilft bei Trading Scam und Finanzbetrug.
Rechtsanwalt Patrick Wilson berät und vertritt Anleger im Bank- und Kapitalmarktrecht sowie bei problematischen Online-Trading- und Investmentmodellen. Bereits investierte Anleger können die vorhandenen Unterlagen, Zahlungswege und die Kommunikation prüfen lassen, um festzustellen, ob und gegen wen Ansprüche bestehen und welche Maßnahmen zeitlich vorrangig sind.
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